Fünf deutsche Meister der Leichtathletik-Masters starten für den LAC Essingen.
Für die erfolgreichen Masters des Essinger Leichtathletik-Clubs standen am vergangenen Wochenende die deutschen Meisterschaften in Mönchengladbach auf dem Wettkampfplan. Trotz fünf Meistertiteln und acht weiteren Medaillen zeigte der Wettkampf, dass im Sport das Pendel auch immer in die andere Richtung ausschlagen kann. „Insgesamt war es ein toller Wettkampf mit schönen Erfolgen, es hätte aber an mancher Stelle auch anders laufen können“, bilanzierte LAC-Vorsitzender Rainer Strehle.
Denn zwei auf dem Papier sicher geglaubte Goldmedaillen gingen wegen eigener Fehler nicht an den LAC: Gleich zum Auftakt wurde Zygmund Bogdan (M75) für die 300 Meter Hürden nicht zugelassen, weil er seine Stellplatzkarte zu spät abgegeben hatte. Und Martina Meissner (W45) wurde über die 60 Meter Hürden wegen Fehlstarts disqualifiziert. „Wir haben uns sehr gefreut, dass beide dennoch eine Medaille erreicht haben“, sagte Strehle. Bogdan wurde Zweiter in 73,57 Sekunden Zweiter über 400 Meter. Meissner sicherte sich Bronze über die 200 Meter in Saisonbestzeit von 28,68 Sekunden.
Über Gold durften sich mit herausragenden Leistungen drei Essinger freuen: Allen vorn Kai-Steffen Frank (M65), der über 200 Meter (27,50 Sekunden), 400 Meter und 800 Meter (2:28,08) deutscher Meister wurde. Hinzu kam noch Silber über 100 Meter (13,34). Einen fantastischen Versuch erwischte Paul Emck, der mit persönlicher Bestleistung den Diskus auf 49,41 Meter schleuderte und damit den WLV-Rekord um über einen Meter verbesserte – Gold in der M55. Ebenfalls deutscher Meister darf sich Christian Munz (M40) nennen, der über die 800 Meter in 2:03,21 Minuten gewann. Über 400 Meter wurde er zudem Zweiter in 53,36 Sekunden.
Eine knappe Niederlage musste die LAC-Staffel der M60 hinnehmen: Wenige Meter vor der Ziellinie wurde sie von Weltrekord-Träger Roland Gröger (TopFit Berlin) noch abgefangen. Die zweite Essinger Staffel erreichte dagegen überraschend Rang drei und damit ebenso Edelmetall. „Wir nehmen es sportlich. Nächstes Mal sind wir wieder vorne“, kündigte Rainer Strehle an.
Eine weitere Silbermedaille für Thomas Jäger (M70) über 1500 Meter in 5:39,62 Minuten und Bronze für Wilhelm Beyerle (M60) über 400 Meter in 59,57 Sekunden rundete die Essinger Erfolgsbilanz ab. „Jeder, der dabei war, hat am Ende eine Medaille gewonnen“, sagte Strehle. Neue persönliche Bestleistungen hätten zudem gezeigt, dass man „auch im Alter seine Leistung durch systematisches Training noch erhöhen kann“. Dafür arbeiteten die Athleten hart. Dopingkontrollen gehörten auch in Mönchengladbach zum Prozedere einer Meisterschaft mit professionellen Bedingungen.
Diese Wettkampfhöhepunkte bringen die LACler mit Freunden aus ganz Deutschland zusammen und sind der Lohn neben den sportlichen Erfolgen. Eine Anekdote am Rande verdeutlichte das: Nach seinem Sieg über 400 Meter musste Konkurrent Gröger schnell auf den Zug und verpasste die Siegerehrung. Kurzerhand bat er die Essinger einzuspringen. „Wir bringen ihm die Goldene einfach zu den Wettkämpfen in Troisdorf in sechs Wochen mit“, versprach Strehle. Benjamin Leidenberger
Weitere Ergebnisse:
M455
5. Platz Martina Meissner Weitsprung
M60
4. Platz Wilhelm Beyerle 200m
8. Platz Rainer Strehle 400m
9. Platz Ernst Litau 200m
10. Platz Bernhard Frey 400m
12. Platz Rainer Strehle 200m
13. Platz Bernhard Frey 200m
M65
7. Platz Hans Messner Diskuswurf
M70
4. Platz Thomas Jäger 800m
7. Platz Thomas Jäger Hochsprung
M75
4. Platz Zygmunt Bogdan 100m
4. Platz Zygmunt Bogdan 200m
