Leichtathletik, Masters-EM In Torun hoffen die Essinger auf Medaillen – Ernst Litau verpasst berufsbedingt die EM.
Die besten Leichtathleten der Masters treffen sich vom 27. März bis 2. April zur Hallen-Europameisterschaft im polnischen Torun. Es werden 3476 Athleten aus 52 Länder erwartet. Mit dabei sind sechs Akteure des LAC Essingen. Wir stellen ihr Programm vor.
Martina Meissner (W45): Sie ist die absolute Vielstarterin für den LAC Essingen. Ihr Hauptaugenmerk gilt dabei dem Fünfkampf am Mittwoch. „Es ist einfach schön, mit der Gruppe den ganzen Tag in der Halle zu sein und die Disziplinen zu absolvieren.“ Meissner rechnet sich durchaus Medaillen-Chancen aus. Das gilt auch für ihre Einzelstarts über 60m-Hürden und im Hochsprung. Die 200 Meter absolviert sie zusätzlich, um keine zu lange Pause zu haben. „So bleibt die Muskelspannung hoch.“ Ob es wirklich zu Medaillen reicht, müsse die Tagesform zeigen, auch die Nerven müssen mitspielen. „Die Vorfreude ist groß, die Halle ist toll, die Organisation ist 1A und die Leute sind sehr freundlich.“
Rainer Strehle (M60): Nach seiner schweren Verletzung im Vorjahr (Achillessehnen-Anriss) ist Rainer Strehle froh, überhaupt wieder auf dem Weg zurück zu seinem sportlichen Leistungsvermögen zu sein. „Für andere bedeutet das in meinem Alter das Aus. Da wird man auch ein bisschen demütig.“ Weil er mit weniger Tempohärte und mehr Ausdauer trainiert hat, startet er in Torun am Sonntag über fünf Kilometer im Straßenlauf. Strehle hofft, mit einer guten Zeit zum deutschen Mannschaftsergebnis der drei Schnellsten beitragen zu können. Am Montag lässt er den Start über seine Lieblingsstrecke 800 Meter folgen, und zum Abschluss die 200 Meter. Ohne große Erwartung: „Mal schauen was rauskommt. Ich brauche auch Quali-Zeiten für die nächsten Meisterschaften.“
Jürgen Kennert (M55): Kennert startet im Cross Country-Lauf im Rudelka Park, zudem absolviert er die fünf Kilometer im Straßenlauf und geht im Stadion über 800 Meter auf die Bahn. „Bei den zwei Outdoor-Events hoffe ich in die Mannschaftswertung zu kommen“, sagt Kennert, „dann ist vielleicht eine Medaille drin.“ Als Einzelstarter rechnet er sich wenig Chancen auf Edelmetall aus: Da gelte für ihn die Devise „dabei sein und Spaß haben“.
Paul Emck (M55): Seit Januar startet Paul Emck für den LAC Essingen. Der Diskuswerfer sicherte sich jüngst mit persönlicher Bestweite den deutschen Meistertitel mit 43,64 Meter. In Torun will er sich weiter steigern – und rechnet sich dann sogar Chancen aufs Podest aus. „In Madeira kam ich wie die Jungfrau zum Kind zum EM-Titel, wegen der Windbedingungen mit 42 Metern. Ich bin also Titelverteidiger“, sagt Emck, der weiß, dass „es gilt, im entscheidenden Moment die Nerven zu bewahren“.
Bogdan Zygmunt (M75): Neu im Trikot des LAC Essingen tritt bei der EM erstmals Bogdan Zygmunt an, der sich in der M75 für das Finale über 400 Meter am Sonntag qualifiziert hat. Auch über die 200 Meter wird er noch starten.
Andreas Deuschle ist als Teammanager für den DLV vom ersten bis zum letzten Tag vor Ort, wird sich um die deutschen Athleten der Wurfdisziplinen kümmern. Natürlich will er auch seiner Rolle als sportlicher Leiter des LAC gerecht werden. „Es freut mich, dass wir wieder ein großes LAC-Team sind. Ich werde unsere Athleten bestmöglich unterstützen, auch psychologisch, aufbauen und motivieren“, sagt Deuschle.
Ernst Litau: 2024 holte der Sprinter Gold bei der EM in Torun mit der deutschen 200-Meter-Staffel. „Da bin ich mittlerweile gesetzt als vierter Mann. Ich wollte wieder Gold holen“, sagt Litau. Die Form war da, er fühlte sich gut trainiert, hatte gemeldet und gebucht – und kann jetzt berufsbedingt nicht starten. „Ich musste meinen Urlaub verschieben, weil es ein Projekt nicht zulässt.“ Eine Woche lang habe er sich geärgert, nun drückt er seinen Vereinskameraden die Daumen. Benjamin Leidenberger
