Adrian Hüttl vom LAC Essingen stellt sich einer der härtesten Ultratrail-Herausforderungen der Welt und erreicht beim Tor des Glaciers das Ziel auf Platz 54.
450 Kilometer. Rund 33.000 Höhenmeter. 190 Stunden Zeit. Und dazwischen hochalpines Gelände, Gletscher, einsame Bergpässe und lange Nächte.
Adrian Hüttl vom LAC Essingen hat sich in diesem Jahr einer außergewöhnlichen Herausforderung gestellt: dem Tor des Glaciers (TOR450) im italienischen Aostatal. Was auf dem Papier bereits extrem klingt, wird auf der Strecke zu einem mehrtägigen Kampf gegen Müdigkeit, Erschöpfung und die eigenen Grenzen.
Der TOR450 zählt zu den anspruchsvollsten Ultratrailläufen der Welt. Die Route führt rund um das Aostatal über die historischen, teilweise vergessenen „Alte Vie“ 3 und 4. Die Strecke ist nicht ausgeschildert – die Teilnehmer müssen sich ausschließlich anhand eines GPS-Tracks orientieren. Besonders nachts wird die Navigation zur zusätzlichen Herausforderung. Kleine Umwege und Verlaufer lassen dabei schnell weitere Kilometer auf der ohnehin gewaltigen Distanz entstehen.
Rund 30 hochalpine Pässe gilt es zu überwinden, neun davon liegen auf mehr als 3.000 Metern Höhe. Der höchste Punkt der Strecke ist der Col Loson auf 3.299 Metern. Im Durchschnitt bewegen sich die Läufer auf einer Höhe von rund 2.100 Metern. Gletscherquerungen, steile Anstiege und technisch anspruchsvolle Passagen verlangen dabei nicht nur eine enorme körperliche Ausdauer, sondern auch alpine Erfahrung und Konzentration.
Doch nicht nur die Strecke macht den TOR450 zu einer besonderen Herausforderung. Die Teilnehmer müssen sich über weite Teile selbst versorgen. Verpflegungsstationen gibt es nur wenige, weshalb Nahrung und Ausrüstung über große Distanzen im Rucksack mitgeführt werden müssen. Rifugios entlang der Strecke bieten die Möglichkeit, etwas zu essen und sich kurz auszuruhen oder Schlaf nachzuholen.
Und genau der Schlaf wird zu einem der entscheidenden Faktoren. Über mehrere Tage unterwegs zu sein, bedeutet, mit immer größer werdender Müdigkeit weiterzulaufen. Die Einsamkeit in den Bergen, die Dunkelheit der Nacht und die ständige körperliche Belastung verlangen den Teilnehmern auch mental alles ab. Hinzu kommt eine Herausforderung, die bei einem Lauf über 450 Kilometer nicht unterschätzt werden darf: die Gesundheit der Füße.
Adrian Hüttl meisterte diese außergewöhnliche Herausforderung und bewies dabei enorme Ausdauer und Durchhaltevermögen. Nach vielen Stunden in den Bergen, zahlreichen Pässen und unzähligen Kilometern erreichte er schließlich das Ziel.
Von 200 Startplätzen kamen 116 Teilnehmer als Finisher ins Ziel. Adrian Hüttl belegte dabei einen hervorragenden 54. Platz.
Damit gehört Hüttl zu denjenigen, die diese extreme Reise durch die Hochalpen erfolgreich zu Ende gebracht haben. Der TOR450 ist weit mehr als ein gewöhnlicher Lauf: Er ist ein Abenteuer, bei dem körperliche Belastbarkeit, mentale Stärke, alpine Erfahrung, Orientierung und die Fähigkeit zur Regeneration gleichermaßen gefragt sind.
Für Adrian Hüttl vom LAC Essingen bleibt damit eine außergewöhnliche Erfahrung zurück – 450 Kilometer, 33.000 Höhenmeter und mehrere Tage im Kampf mit den eigenen Grenzen.
