Bei der Weltmeisterschaft in Daegu holt Martina Meissner Siebenkampf-Gold – Paul Emck gewinnt Silber im Diskus.
Martina Meissner krönt ihre Saison mit der zweiten WM-Medaille: In Daegu (Südkorea) gewann sie überlegen Gold im Siebenkampf der W45. Nach Silber im Einzel über die 80 Meter Hürden startete sie in der gleichen Disziplin gut in den Wettkampf und lag mit 12,57 Sekunden schon erstmals deutlich vor der Konkurrenz. Es folgten 1,41 Meter im Hochsprung und 10,31 Meter mit der Kugel; auch das die beste Leistung aller Starterinnen. Es folgten 28,18 Sekunden über 200 Meter. Hier war die Estin Klaarika Eksi (27,86) etwas schneller, auch im Hochsprung (1,44) war sie knapp vor Meissner und hatte sich so als härteste Konkurrentin herauskristallisiert. Nach Tag eins lag Meissner mit 3160 Punkten vor Eksi (2844) und der Japanerin Shino Takahata (2720) auf Goldkurs. „Ich bin sehr zufrieden. Ich bin froh, dass ich die Leistungen abrufen konnte. Die Temperaturen waren eine Herausforderung, der Tartan strahlt ja auch noch ab“, so Meissners Zwischenfazit.
Gefühlte 35 Grad auf der Bahn, dazu hohe Luftfeuchtigkeit: „Man musste immer den Schatten suchen, das war ein Dampfkessel. Man sieht die Luftfeuchtigkeit“, schilderte Meissner ihre Eindrücke in einem ansonsten tollen Stadion und bei guten Rahmenbedingungen. Der frühe Start in Tag zwei brachte ihr im Weitsprung 4,36 Meter. „Das war die einzige Disziplin, bei der ich mir etwas mehr erhofft hatte.“ Mit starken 30,41 Metern im Speerwurf ließ sie aber keine Zweifel mehr aufkommen, nahm Eksi fast neun Meter ab. Vor dem abschließenden 800-Meter-Lauf war ihr der Sieg angesichts von 450 Punkten Vorsprung kaum mehr zu nehmen. „Bei den Temperaturen ist aber alles möglich. Also habe ich mich an Eksi orientiert und mich nicht verausgabt.“ 2:50,14 Minuten brachten Meissner am Ende Gold mit 4976 Punkten vor Eksi (4548) und Takahata (4381). „Mega. Ich bin sehr glücklich. Der Siebenkampf ist immer etwas besonders. Eine Medaille im Mehrkampf ist echt toll“, freute sich Meissner.
Am Abend verfolgte sie dann noch im Stadion den spannenden Diskuswettbewerb der M55: Am Start war ihr Vereinskamerad Paul Emck, der sich mit dem Amerikaner Eric Cole ein enges Rennen um den Weltmeistertitel lieferte. Emck legte mit 46,75 Metern vor, Cole konterte auf 47,38. Mit 47,69 hatte Emck im vierten Versuch wieder die Führung übernommen. Aber der Amerikaner antwortete mit 48,62 im Fünften. Der letzte Versuch von Emck landete bei 47,50 Metern, damit blieb es bei Rang zwei und Silber für den LACler. „Ich lag zweimal in Führung, das klingt wie eine verpasste Chance. Aber die Medaille war das Ziel und hätte vorher jemand gesagt, dass ich Silber gewinne, hätte ich das angenommen“, so Emck. „Für Weltklasse-Weiten war es einfach zu heiß und der Gegenwind hat gefehlt.“
Rainer Strehle, Vorsitzender des LAC, kommentierte die Erfolge euphorisch: „Der LAC ist unglaublich stolz auf diese Leistungen der beiden und dass sie die Farben des LAC vertreten. Herzlichen Glückwunsch an Martina und Paul, die LAC-Familie freut sich über die herausragenden Erfolge.“
Für Meissner stehen in Daegu nun zwei Tage Pause an, dann wird sie noch mit der deutschen 4×100-Meter-Staffel und im Einzel über 400 Meter Hürden starten. Benjamin Leidenberger
