Dramaturgie in Baunatal

M50 der LG Rems-Welland verpassen hauchdünn die Titelverteidigung

Bauntal wird den Essinger Senioren sicherlich noch einige Zeit in Erinnerung bleiben. Ging es bereits im letzten Jahr beim Sieg der M50 Mannschaft spannend zu, so war 2018 Hochspannung in der Altersklasse M50 angesagt. Am Ende eines langen Wettkampftages fehlten nach acht Disziplinenganze 27 Punkte oder genauer eine Sprunghöhe im Hochsprung oder vier Zehntelsekunden in der Staffel oder ……. Eine gelungene Premiere feierte die Mannschaft M30 mit dem fünften Platz.

Im Endkampf werden wie jedes Jahr die Karten neu gemischt und jedes Team muss sich der direkten Konkurrenz stellen, was sicherlich auch Nervosität bedeutet. Wie gut sind die anderen? Kann die Leistung der Mannschaft wie gewohnt abgerufen werden?

Bereits am frühen Morgen gab es für das Team von der Ostalb eine schlechte Nachricht zu verdauen. Einer der wichtigsten Leistungsträger des M50 Teams, Kai-Steffen Frank konnte krankheitsbedingt nur in der der 4x100m Staffel eingesetzt werden. Kurzfristig musste das Team umgestellt werden. Hier zeigte sich die gute Leistungsbreite des Teams, wenn auch Kai-Steffen Frank nicht vollwertig in seinen drei Paradedisziplinen ersetzt werden konnte.Gutes Frühherbstwettersorgte bei den Athleten aller Vereine für eine gute Stimmung Parkstadion in Baunatal. Waren doch die Wetterprognosen eher negativ. Die Athleten geizten so auch nicht mit starken Leistungen.

M50 sichert sich Deutschen Vizemeistertitel

Den Auftakt bei diesen Deutschen Meisterschaften machten traditionellbei der M50 die Diskuswerfer. Nicht ganz an die Leistungen des Vorkampfeskamen die drei Diskuswerfer Hans Messner(33,59m), Hartwig Vöhringer (36,32m) und Udo Stohrer (33,30m) heran. Doch auch die anderen Mitfavoriten hatten mit dem Ring so ihre Schwierigkeiten.  Mit der drittbesten Punktzahl war der Einstieg dennoch geglückt und der Rückstand zu den zwei führenden Mannschaften war nur knapp. Im anschließenden Weitsprungwettbewerb konnten Bernhard Frey, der der kurzfristig für Kai-Steffen Frank eingesprungenen war mit starken 4,93m, sowie Günther Widmann mit 5,66m den Rückstand verkürzenund die Mannschaft mit Platz 2 auf Medaillenkurs bringen. Rainer Kolb, Rainer Strehle und Carsten Lecon zeigten dann beim darauffolgenden 800m Lauf eine klasse Leistung. Mit 2.18,36 Minuten war Rainer Kolb Tagesschnellster in der Altersklasse M50, ganz knapp dahinter Rainer Strehle als Dritter und Carsten Lecon auf dem sechsten Platz.Wichtige Punkte für das Team von der Ostalb, das nach drei Disziplinen und einem Vorsprung von 56 Punktenerstmals auf “Titelverteidigungskurs” lag. Im vierten Wettbewerb dem Kugelstoßen zeigten Hans Messmer mit 11,34m und Udo Stohrer mit 11,23m einen guten Wettkampftag. Die Konkurrenten um den Titel zeigten hier jedoch eine perfekte Performance und so wurde aus dem geringen Vorsprung wieder ein geringer Rückstand von 70 Punkten. Beim 100m Lauf, einer der Paradedisziplinen der Essinger Senioren, sollte sich zeigen wohin der Weg an diesem Tage gehen könnte. Alle schauten daher nun gespannt auf die Sprinter. Irgendwie sollte es nicht der Tag von Ernst Litau (13,14 Sekunden) und Wilhelm Beyerle (13,10Sekunden) sein und so blieb es beim knappen Rückstand zur Spitze. Fast zeitgleich liefen der 3000m Lauf und der Hochsprungwettbewerb ab. Hier galt es nun die Ausgangsposition vor der abschließenden 4x100m Staffel zu verbessern. Nach dem 3000m Lauf gab es wieder einen Wechsel in der Führung. Durch die starken Laufleistungen von Carsten Lecon und Siegfried Richter konnten die Essinger Senioren wieder knapp in Führung gehen. Aber das „Bäumchen Wechsel dich Spiel“ um die Führung ging nach der Hochsprungwettbewerb. Jörg Fritze mit 1,46m und der Tagesbestleistung von Günther Widmann mit 1,66m reichten leider nicht aus um die knappe Führung zu verteidigen.

Hartwig Vöringer beim Diskus

So galt es vor der abschließenden Disziplin der 4x100m Staffel 41 Punkte mehr zu sammeln als die LG Kindelsberg Kreuztal um den Titel zu gewinnen. Zum ersten Mal war dies zum Greifen nah. Mit Ernst Litau, Willy Beyerle, Rainer Strehle und Kai-Steffen Franktrat die erste Staffel in Bestbesetzung an. Zur Absicherung wurde eine zweite Staffel mit Günther Widmann, Rainer Kolb, Bernhard Frey und Hartwig Vöhringer an den Start gemeldet, sollte die erste Staffel aufgrund von Wechselfehlern oder Verletzung nicht das Ziel erreichen, was auch schon öfter auch bei nationalen Meetingsauf der Tagesordnung war. Diesen “Nimbus” hatten nur wenige Mannschaften an diesem Tag, da viele Mannschaften nicht auf ein solch gutes Leistungskontingent, wie es bei der LG Rems Welland der Fall war, zurückgreifen konnten. Auf der Stadionrunde lieferte sich die zwei führenden Teams ein spannendes Rennen. Mit 49,74 Sekunden kam die erste Staffel knapp vor der LG Kindelsberg Kreuztal ins Ziel. Leider zu knapp. Mit 9957 Punkten konnten zwar etwas mehr Punkte als im Meisterjahr gesammelt werden, aber leider 27 Punkte zu wenig an diesem Tag.  Aber trotzdem ein riesiger Erfolg für das Essinger Team. Die Titelverteidigung wurde einfach hauchdünn verpasst, aber dafür das noch fehlende Silber, nach Gold im Jahr 2017 und Bronze im Jahr 2016, gewonnen.

M30 mit gelungener Premiere

Markus Hübner über 100mDie „Jungsenioren“ lieferten einen starken Wettkampf in Baunatal ab. Eine Leistungssteigerung um fast 500 Punkte gegenüber dem Vorkampfergebnisse auf 7.908 Punkte bedeutete in der Endabrechnung den fünften Platz. Zum Bronzerang fehlte am Ende nicht sehr viele Punkte. Zur Halbzeit durften die 11 Essinger sogar vom dritten Platz kurz träumen. Teamchef Tobias Hirsch hatte sein „Mannen“ Christian Plath, Alexander Götz, Johannes Weinberger, Helmuth Zekel, Helmut Gentner, Steffen Böhm, Markus Hübner und Dieter Mößner gut aufgestellt. In allen acht Disziplinen konnten jeweils mehr Punkte als bei den Baden-Württembergischen Meisterschaften, dem Vorkampf, erzielt werden. Die Mannschaft hat für die Zukunft noch einiges an Potential.

Günther Widmann beim Hochsprung

“Dieser großartige Erfolg der beiden Mannschaften war nur durch eine gute und konzentrierte Mannschaftsleistung möglich”, waren sich Teamkapitän Wilhelm Beyerle und Tobias Hirsch einig. Diese Meisterschaften waren wieder einmal der Beweis, Leichtathletik ist auch Mannschaftssport und sorgt für große Spannung und manchmal auch Anspannung.

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