Gold und Silber bei Deutschen Meisterschaften im Fünfkampf

Essinger Leichtathleten bei ihrer Premiere auf Medaillenjagd

Die Deutschen Meisterschaften im Fünfkampf in Zella-Mehlis wurden in der verkürzten Leichtathletiksaison zum Saisonhöhepunkt für viele Sportler und Sportlerinnen. Der Veranstalter konnte sich daher über eine neue Rekordbeteiligung freuen. 10 Essinger Leichtathleten wollte bei der Medaillenvergabe, in der einen oder anderen Altersklasse, dabei ein kleines Wörtchen mitreden. Das Stadion „Schöne Aussicht“ war bereits in den Vorjahren immer wieder ein gutes Pflaster, wurde doch die ein oder andere Medaille bei Deutschen Meisterschaften mit nach Hause gebracht. Diese Serie wollten die Essinger auch im Jahr 2020 fortsetzen. Am Ende dreier Wettkampftage sollten die Athleten des LAC Essingen als erfolgreichsten Mannschaft diese Veranstaltung mit einer Gold- und zwei Silbermedaillen im Gepäck auf die Ostalb zurückkehren. Dabei waren die Vorzeichen alles andere als günstig. Neun der zehn LAC`lern gaben immerhin ihr Meisterschaftsdebüt im Fünfkampf. So hatte sich Hartwig Vöhringer schnell bereit erklärt das Team bei diesen Meisterschaften zu coachen und seine langjährigen Erfahrungen, vor allem in den Wurfdisziplinen, mit einfließen zu lassen.

Kai-Steffen Frank setzte neue Maßstäbe

Nach einer erfolgreichen Hallensaison mit zwei Deutschen Meistertiteln über die 400m und 800m krönte sich der sechzigjährige Essinger eine etwas andere Leichtathletiksaison mit seinem ersten Deutschen Mehrkampftitel. Die Grundlage für diesen Erfolg legte Kai-Steffen Frank mit seinen besonderen läuferischen Fähigkeiten. Unterstützt wurde er in der Altersklasse M60 dabei von Albert Bartle und Franz Marschik. Für sie ging es dabei vor allem darum in allen fünf Disziplinen, den 200m, dem Weitsprung, dem Speerwurf, dem Diskuswurf und den 1500m durch persönliche gute Leistungen wertvolle Punkte für die Mannschaftswertung zu holen und möglichst einen „Salto Nullo“ zu vermeiden. So gingen die drei Essinger hochkonzentriert an den Wettkampf ran.

Gleich zum Auftakt über die 200m legte der Kai-Steffen Frank mit 26,74 Sekunden über die 200m (855 Punkte) die Tagesbestzeit vor. Albert Bartle und Franz Marschik konnten ihre Zeiten gegenüber den Qualifikationswettkampf steigern. Damit war eine gute Grundlage sowohl für die Einzel- wie auch für die Mannschaftswertung gelegt. Beim anschließenden Weitsprung konnten die drei Essinger mit ihren Leistungen durchweg zufrieden sein, wenn auch Kai-Steffen Frank die Führung nach zwei Disziplinen abgegeben musste. Nun galt es in den Wurfdisziplinen, dem Speer- und Diskuswurf nicht zu viel Boden zu verlieren um beim abschließenden 1500m (Anm. eine Essinger Stärke) noch alle Trümpfe in der Hand zu haben. Kai-Steffen Frank zeigte auch hier wenig Schwächen und konnte mit soliden Würfen den Abstand zum Führenden nach vier Disziplinen in Grenzen halten. Nach einem guten Speerwurfergebnis blieb Albert Bartle beim Diskuswurf mit drei Fehlversuchen leider ohne Punkte. So rechneten sich die drei Essinger keine Siegchancen mehr in der Mannschaftswertung mehr aus, schien doch der Abstand zu den führenden Mannschaften zu groß. Die Motivation war trotzdem bei allen drei Essingern groß und so spielten sie beim abschließenden 1500m Lauf nach einem langen Mehrkampftag nochmals ihre Stärke aus. Eine Klasse für sich war dabei Kai-Steffen Frank der ein enorm hohes Tempo vorlegte dem keines seiner Konkurrenten folgen konnte. Nach hervorragenden 5:11,37 Minuten (901 Punkte) blieben die Uhren für den Essinger stehen. Damit war klar der Titel ging in der Altersklasse M60 mit 3446 Punkten an den LAC Essingen. Aber auch Franz Marschik und Albert Bartle zeigten eine starke Laufform. Leider fehlten nach dieser grandiosen Aufholjagd ganze 8 Punkte zum Deutschen Mannschaftstitel. Aber auch Silbermedaille war ein großer Erfolg mit dem  keiner gerechnet hatte.

Silber für Fünfkampfmannschaft der Altersklasse M50/M55

Gleich mit sechs Startern, Helmut Gentner, Rainer Strehle, Wilhelm Beyerle, Klaus-Dieter Hutter, Bernhard Frey und Wolfgang Schmidt ging der LAC Essingen in der Altersklasse M50/M55 an den Start. Mit 44 Teilnehmer stellte diese Altersklasse das größte Teilnehmerfeld, so dass in 4 Gruppen gestartet werden musste. Bis auf Klaus-Dieter Hutter gaben alle ihr Meisterschaftsdebüt im Fünfkampf. Alle sechs Essinger konnten ihre Vorkampfleistungen bestätigen und teilweise sogar noch steigern. Vor allem durch die Ausgeglichenheit konnten die LAC´ler der Konkurrenz Paroli bieten und zwei Mannschaften in die Teamwertung einbringen. Wie bei den Sechzigjährigen spielten die Essinger vor allem über die 200m und 1500m ihre Stärken voll aus. Wolfgang Schmidt glänzte hier mit einer Laufzeit von 5:04,71 Minuten.  Rainer Strehle mit der zweitbesten Laufzeit und Bernhard Frey mit der viertbesten Laufzeit untermauerten die läuferische Überlegenheit über die 1500m. Über die 200m zählten die Essinger mit Wilhelm Beyerle (drittbeste Zeit), Rainer Strehle und Bernhard Frey ebenfalls zu den Besten. Klaus- Dieter Hutter spielte seine Stärken vor allem im Weitsprung (4,94m), sowie im Diskus- und Speerwurf aus.

Nach fünf Disziplinen war dann die Freude riesengroß, Wolfgang Schmidt (2805 Punkte), Bernhard Frey (2678 Punkte) und Klaus-Dieter Hutter (2583 Punkte) durften sich mit einer Gesamtpunktzahl von 8066 Punkten über die Deutsche Vizemeisterschaft freuen. Für Wilhelm Beyerle (2494 Punkte), Rainer Strehle und Helmut Gentner (1552 Punkte) reichten 6458 Punkte zum achten Platz.

Martina Meissner bei Premiere Sechste

Vor knapp sechs Monaten hatte sich Martina Meissner dem LAC Essingen angeschlossen, um wieder einmal Wettkampfluft zu schnuppern. Die „Neu-LAC`lerin“ zeigte bei ihrem Wettkampfdebüt nach jahrelanger Pause einen ausgeglichenen Wettkampf ohne große Schwächen. Gegenüber dem Qualifikationswettkampf Ende Juli in Essingen stellte Martina Meissner fünf neue Bestmarken und Vereinsrekorde auf. Im Kugelstoßen, Hochsprung, 100m, 800m, sowie in der Mehrkampfwertung. Mit 2.621 Punkte feierte die Essingerin auf dem sechsten Platz der Altersklasse W40 eine sehr gelungenes Wettkampfdebüt.